B! Normannia-Nibelungen

Die Mensur


Zu unserem Selbstverständnis als Burschenschafter gehört auch die Weiterführung der Tradition des Waffenstudententums, also dem Schlagen von Mensuren. Wir verpflichten unsere Mitglieder während ihrer aktiven Zeit zum Schlagen von zwei Mensuren, doch sollte man die uralte Tradition des akademischen Fechtens nicht als bloße „Eintrittskarte“ in unsere Bundesgemeinschaft abqualifizieren. Wohl kaum ein anderer Brauch aus dem Bereich der Verbindungsstudenten wird in der Öffentlichkeit als so unzeitgemäß betrachtet, wie das akademische Fechten. Oftmals wird so getan, als ob es Waffenstudenten in einem Anflug von Masochismus sogar auf Mensurverletzungen („Schmisse“) anlegten. Dabei geht es bei einer Mensur nicht darum, seinen Gegenpaukanten und sich selbst zu verletzen, sondern sich selbst kennenzulernen und seinen „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Die Möglichkeit einer Verletzung ist ein kalkulierbares Risiko und zeigt den restlichen Bundesbrüdern, daß man bereit ist, im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf für seine Verbindung hinzuhalten“.


Jeder, der einmal eine Mensur geschlagen hat, wird dies mit ganz persönlichen Gefühlen und Eindrücken verbinden und es ist schon viel über diese Eindrücke während einer Partie geschrieben worden. Die meisten Gefühle und Erlebnisse während einer Mensur sind sehr persönlicher Art und können nicht allgemeingültig beschrieben werden. Schlagende Studentenverbindungen nutzen das akademische Fechten bereits seit Jahrhunderten mit den verschiedensten Begründungen. War das Fechten zu Beginn noch bloße Selbstverteidigung, so ist im Laufe der Zeit eine Tradition gewachsen, die von den verschiedenen schlagenden Verbindungen mit unterschiedlichsten Begründungen praktiziert wird. Die einen betrachten das Schlagen von Mensuren als Erziehungsmittel, die anderen als Charakterschule. Das mag alles stimmen, doch verstärkt die Mensur vor allem eines: das eigene Selbstvertrauen und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb unseres Bundes.


Ähnlich wie bei Extremsportarten, wie etwa Fallschirmspringen, Klettern oder Kampfsportarten ist man nach einer Mensur stolz auf das Geleistete und weiß, was man sich zutrauen kann. Man spürt, wie alle Bundesbrüder einem den Rücken stärken und erlebt durch die intensive Vorbereitung auf eine Mensur die einzigartige Gemeinschaft innerhalb unseres Bundes. In diesem Sinne betrachten wir die Mensur auch heute noch als bewahrenswerte Tradition.

 



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