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Männer, die Farbe bekennen / 68. Bismarck-Kommers: 200 Teilnehmer beim Treffen Bielefelder Verbindungen
Neue Westfälische, 17.03.08
Bielefeld (ha). Geselligkeit, Gesang und Gerstensaft, eine Mischung, die einen gelungenen Abend garantiert. Die gut 200 Gäste des 68. Bismarck-Kommers\' waren auch in die Stadthalle gekommen, um Andreas Pinkwart zu hören.
Der NRW-Innovationsminister musste sich kurzfristig wegen Krankheit entschuldigen. Stattdessen sprach Frank Schäffler, FDP-Bundestagsabgeordneter (Kreis Minden-Lübbecke) zum Thema "Innovative Wirtschaftspolitik – Was Deutschland braucht".
Das Treffen der insgesamt elf Bielefelder Korporationsverbände lag in diesem Jahr in den Händen der Vereinigung Alter Herren des Coburger Conventes (VACC) mit ihrem Vorsitzenden Robert Goße.
Mit ihren Mützen und über der Brust getragenen Bändern bekennen die Träger Farbe, ihre Couleur hat die Bedeutung eines Mitgliedsabzeichens. Die Mitglieder der Burschenschaft Normannia-Nibelungen tragen deutlich auffallende Kostümierung. Beim Einmarsch zu schmissiger Klaviermusik in die Halle ist unter ihnen auch Andreas Rolfes (24). Der Student der Politikwissenschaften trägt einen grünen Samtanzug, dazu ein Barett mit langer weißer Feder, in der rechten Hand ein Schwert, in der Verbindungssprache Hieber genannt. Die Vorlage zu dieser Uniform soll aus der Zeit Napoleons stammen, sagt Rolfes.
Was hat den jungen Mann dazu bewogen, sich einer Verbindung anzuschließen? "Ich bin der erste in meiner Familie, der studiert und ich wollte schon immer", lautet die Antwort, bevor Kommersleiter Volker Gehring vom Podium aus die Veranstaltung eröffnet: "Silentium."
Am Tisch der Ehrengäste sitzen neben Oberbürgermeister Eberhard David unter anderem Lena Strothmann, Präsidentin der Handwerkskammer, BfB-Vorsitzender Johannes Delius, SPD-Ratsherr Harald Buschmann Rainer Lux, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, FDP-Kreisvorsitzender Thomas Seidenberg und Polizeipräsident Erwin Südfeld.
Zwischen Gesang und Gesprächspausen hat Frank Schäffler Gelegenheit zu seiner Festrede. Das Mitglied im Bundestags-Finanzausschuss fordert einen Paradigmentwechsel im deutschen Steuerrecht unter anderem mit Hilfe dauerhafter Entlastung für Bürger und Unternehmen. Ferner nennt er eine gleich hohe Besteuerung, echte Finanzierungsneutralität und eine unbürokratische Entlastung der Familien.
Bildunterschrift: Im Gleichschritt: Mitglieder der Burschenschaft Normannia-Nibelungen marschieren mit erhobenen Schwertern in die Stadthalle. Die Gäste haben sich erhoben.