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Am Samstag, den 15. April 2008, konnte man traurigerweise im Westfalen-Blatt lesen, daß die Gedenkstätte der Bielefelder Zionskirche für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege geschändet und mit dem Spruch „Keine Denkmäler den Faschisten“ versehen worden ist. Damit wurde die Gedenkstätte zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate mit Farbe angegriffen und es werden der Zionskirche durch diese Tat Kosten von einigen tausend Euro entstehen. Doch auch wenn sich der Küster der Kirche schockiert zeigt, scheint diese Tat letztendlich nur die konsequente Weiterführung heutiger „Vergangenheitsbewältigung“ zu sein.
Unsere heutige Gesellschaft zeichnet sich ja gerade dadurch aus, daß die Soldaten der Wehrmacht – unsere Großväter und Urgroßväter – in Schulen, Kirchen und öffentlichen Ausstellungen pauschal als Verbrecher verurteilt werden und immer krampfhafter versucht wird, jeglichen positiven Bezug in Form von Gedenktafeln oder Denkmälern zu entfernen. Das fängt, wie im Bielefelder Ortsteil Jöllenbeck, an mit der Entfernung von Erinnerungstafeln an die Gefallenen der Weltkriege aus der Kirche und wird auch nicht mit der heute üblichen Tilgung von Namen, wie dem von Oberst Werner Mölders oder Generaloberst Günther Rüdel, aufhören. Auch die Bundeswehrkaserne in Augustdorf, von wo ab Mitte Juni 2008 über 1.000 Soldaten in den Afghanistan-Krieg ziehen werden, steht mit ihrem Namensgeber Generalfeldmarschall Erwin Rommel immer wieder in der Kritik. Seit der Gründung der Bundesrepublik stehen soldatische Tugenden wie Tapferkeit, Pflichterfüllung und Disziplin eben unter Generalverdacht.
Während die Bundeswehr zur Landesverteidigung mittlerweile gänzlich unfähig geworden ist, werden die Soldaten in höchst gefährliche Kampfeinsätze im Ausland mit politisch fragwürdigem Hintergrund geschickt. Nicht umsonst hat der CDU-Verteidigungsexperte Willy Wimmer zusammen mit Dr. Peter Gauweiler (CSU) Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, um klären zu lassen, ob die Entsendung von Tornado-Aufklärungsflugzeugen überhaupt mit dem NATO-Vertrag in Einklang zu bringen ist. Die Klageschrift Wimmer/Gauweiler kommt zur Grundgesetz- und Völkerrechtswidrigkeit dieses Einsatzes – aus formalen Gründen (fehlende Klagebefugnis) wurde über die Gründe vor dem Bundesverfassungsgericht leider nicht entschieden.
Doch wie sieht es bei der Truppe selbst aus? In Berichten über den Afghanistan-Einsatz ziehen sich die oberen Dienstgrade der Bundeswehr all zu oft auf die Verlautbarungen der Bundesregierung zurück. Den viel beschworenen kritischen Staatsbürger in Uniform trifft man selten an – vielmehr tritt der deutsche Offizier hauptsächlich als opportunistischer Befehlsempfänger in Erscheinung. Das ist anscheinend die einzige Kontinuität zum Verhalten der Wehrmachtsoffiziere, die erlaubt ist und gefördert wird.
Freitags im Zug nach Hause sieht das bei den unteren Dienstgraden allerdings schon anders aus. Die einen erkennen den Sinn des Einsatzes nicht und haben Angst, die anderen freuen sich auf den Auslandseinsatz, weil sie ferne Länder kennenlernen wollen oder einfach nur weil sie im Ausland durch die Zulagen mehr Sold erhalten. Von „Friedenseinsatz“ oder „Verteidigung Deutschlands“ hört man generell nichts.
Einer aktuellen Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent!!!) gegen Auslandseinsätze und für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Vielleicht sind die eigentlichen Beweggründe für die Verschickung „unserer Jungs“ ins Ausland auch zu offensichtlich. Ernst Niekisch formulierte schon 1930 treffend und zeitlos dazu:
„Völker fechten nicht begeistert, wenn sie Verdacht schöpfen, es gehe lediglich um so materielle Dinge, wie es Kohlengruben und Petroleumfelder sind; darüber sind sich die europäischen Finanz- und Ölkapitalisten durchaus im klaren. Man muß zum Schutze ideeller Güter aufrufen, wenn man opferwillige und tatbereite Heere unter seinen Fahnen sammeln will; ein Kreuzzug lockt mehr als ein Raubzug; dem offenkundigen Raubzug leistet in der Regel nur Gesindel Gefolgschaft.“
Es soll an dieser Stelle kein falscher Eindruck entstehen. Selbstverständlich gibt es unter den Mitgliedern unserer Burschenschaft Soldaten mit den verschiedensten Dienstgraden. Aber eben auch Verweigerer, die keinen Sinn darin sehen die Heroin- und Kokainproduktion in Afghanistan zu sichern, so daß in Europa seit Jahren erstmalig die Zahl der Drogentoten wieder steigt. Öl und Gas sind die zentralen Stichwörter im Afghanistan-Krieg – nicht „Terrorbekämpfung“ und „Humanität“. Das sollte mittlerweile jedem klar geworden sein.
Soldaten der Bundeswehr sollten im Hinterkopf behalten, wie schnell der Wind sich dreht. Der Soldat, der heute den Befehlen der Bundesregierung ohne Aufzubegehren folgt, braucht sich morgen nicht zu beschweren, wenn er selbst als Verbrecher beschimpft und die kaum vorhandenen Denkmäler seiner Kameraden geschändet werden...