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Burschenschaft?? Fortschrittlich und mit Weitblick!!



„Die wunderbare Kreditvermehrung der letzten Jahre,
gestützt auf eine stets wachsende Blase der Vermögenswerte,
befindet sich in der Rückabwicklung.“

(Klaus Wagener in Ausgabe 39 der DKP-Zeitung „Unsere Zeit“)

 

Warum sollte man eigentlich Burschenschafter werden? Weil wir schon Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts die Grundrechte gefordert haben, die heute im Grundgesetz verankert sind? Klar, das wäre ein Argument. Aber wen interessiert im Jahre 2008 schon, was vor über 150 Jahren modern war? Sicher, Grundrechte sind immer in Gefahr, vom Staat eingeschränkt oder gar kassiert zu werden. Das zu verhindern haben sich Burschenschafter auch im 21. Jahrhundert auf die Fahnen geschrieben. Aber die Taten von vor über 150 Jahren ersetzen nicht die Tatkraft der Gegenwart. Deshalb zeigen wir Euch heute, daß Burschenschafter auch im 21. Jahrhundert noch den Weitblick von damals für die Themen besitzen, die den Bürger auf der Straße beschäftigen.

 

Laßt uns über die Banken- und Finanzkrise reden! Das ist aktuell und das interessiert jeden. Denn auch jeder arme Student hat vielleicht irgendwo noch einen Spargroschen angelegt oder Eltern, die sich Sorgen um ihren Eigenheimkredit machen.

 

Für viele kam diese Krise irgendwie doch überraschend. Warum eigentlich? Da hatte sogar Medienmaulheld Dieter Bohlen recht, als er im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sinngemäß lästerte: Die Deutschen lesen im Supermarkt auf jeder Lebensmittelpackung die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten nach, haben diese Sorgfalt bei ihrer Geldanlage aber gar nicht drauf gehabt.

 

Was unser Dieter damit sagen wollte, war wohl, daß man mit voraussichtigem Blick hätte wissen können, daß die fleißig spekulierende Kapitalwelt alles andere als eine sichere Sache ist. Da werden Gelder verschoben, die es nur auf dem Papier bzw. gar nicht gibt. Da kassieren Manager Gehälter, die sich kein Bürger vorstellen kann zu besitzen, während immer und immer wieder Tausende von Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren oder Studenten mit gutem Abschluß in der Welt der unbezahlten Dauerpraktika verenden. Die Armutsschere klafft immer weiter auseinander. Während die einen nur von den Zinsen ihrer Geldanlagen leben können, haben andere trotz Vollzeitbeschäftigung am 20. des Monats kein Geld mehr für Nahrungsmittel. Irgendwie krankt das ganze System. Jeder spürt es und die Finanzkrise ist nur ein Symptom davon. Überraschend?

 

Nein! Nicht für uns Studenten der Normannia-Nibelungen. Bereits seit 2003 hat unsere Burschenschaft die Problematik des zunehmend wütenden Raubtierkapitalismus und der damit zusammenhängenden Globalisierung intensiv aufgegriffen. 2003 referierte Prof. Dr. Schlüter bei uns über die „Schuldenfalle USA“. Heute hochaktuell und nicht mehr totzuschweigen! 2005 diskutierten bei uns der ehemalige Bundesbankdirektor Prof. Horst Rudolf Übelacker und Prof. Johannes Jenetzky darüber, ob es mögliche alternative Wirtschaftssysteme zum Kapitalismus gebe. Glaubt mal nicht, daß der Bundesbankdirektor a.D. das heute zusammenbrechende Finanzsystem damals in Schutz genommen hätte!!! Im Jahre 2005 widmeten wir sogar ein ganzes Seminarwochenende (I. „Bielefelder Ideenwerkstatt“) dem Thema „Kapitalismus – Kritik und Alternative“. Dort referierte z.B. Prof. Eberhard Hamer über den (damals noch drohenden) Zusammenbruch der Finanzwelt, den wir heute erleben – und sprach darüber, wie man sich schützen kann. Hamer hat man in den großen Medien zu der Zeit noch ignoriert und belächelt. Heute sind seine Bücher und die ähnlich kritischer Verfasser sehr gefragt – zu spät.

 

Falls Ihr übrigens wissen wollt, ob Ihr demnächst kalt duschen müßt, zu Hause nur noch Kerzen statt Glühbirnen anzünden oder Euch noch das Benzin für Euren Wagen leisten könnt, dann schaut mal rein unter www.bielefelder-ideenwerkstatt.de! Auf der mittlerweile IV. „Bielefelder Ideenwerkstatt“ im November 2008 thematisieren wir die Problematik von Rohstoffmangel und drohender Energiekrise. Wer weiß, ob uns die anstehenden Vorträge z.B. über Wasserstofftechnik nicht einmal mehr heute schon das lehren, was uns übermorgen als total neue Sache in der Tagesschau präsentiert wird.

 

Wollen wir jetzt hier die Klugscheißer spielen? Nach dem Motto: Ätsch, wir tollen Burschis haben es schon immer gewußt. Nein! Wir wollen Euch zeigen, daß man auch im 21. Jahrhundert im Rahmen burschenschaftlicher Arbeit schon heute ohne Scheuklappen über die Probleme diskutieren kann, von denen die Masse der Studenten und Bürger unseres Landes später „aus heiterem Himmel“ überrascht wird.

 

Gemessen an der Gesamtzahl der Studenten in Bielefeld ist der Anteil derer gering, die sich wirklich aktiv und ehrenamtlich in studentischen Gruppierungen einsetzen. Aber die, die es tun, können mit Fug und Recht behaupten, einen breiteren Horizont zu haben, als andere. Unsere Burschenschaft ist eines der wichtigsten Beispiele dafür.

 

Wenn Ihr also den Namen Normannia-Nibelungen oder den Begriff Burschenschaft irgendwo hört, dann denkt daran: Das sind nicht nur die, die sich gerne auf Ihre alten Traditionen berufen und kleine Erstsemester auffressen. Nein, das sind auch die, die mit Weitblick und Verantwortungsbewußtsein vor der Allgemeinheit die Zukunft gestalten wollen. Das sind die, bei denen auch jeder mitmachen kann, der seine Studienzeit nicht als studiengebührengebeutelter Konsum- und Prüfungsstreßzombie erleben möchte.

Burschenschaft? Fortschrittlich und mit Weitblick! Was denn sonst?

 


Burschenschaft Normannia-Nibelungen • Telefon/Fax: +49 521 894108 • E-Post: aktivitas@normannia-nibelungen.de